Unterstützung des Marine-Innendesigns weltweit

Mit über einem Jahrzehnt Erfahrung im Bereich technischer Leistungsfähigkeit und Zertifizierung spielt Dr. Cath Dick eine zentrale Rolle bei der Unterstützung von Marine-Interior-Projekten weltweit. Als Global Marine Director der Unternehmensgruppe, zu der Formica Group, Arpa, Homapal und FENIX gehören, arbeitet sie eng mit Designern, Auftragnehmern und Werften zusammen, um sicherzustellen, dass die richtigen Materialien spezifiziert, zertifiziert und geliefert werden, unabhängig davon, wo auf der Welt ein Schiff gebaut oder modernisiert wird.

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Von Kreuzfahrtschiffen und Fähren über Marineschiffe bis hin zu Expeditions- und Forschungsschiffen bringt Cath umfassendes technisches Fachwissen sowie ein praxisnahes Verständnis für die heutigen Herausforderungen von Marineprojekten mit, von Zertifizierungen und Gewichtsbeschränkungen über enge Zeitpläne bis hin zu globalen Lieferketten.

Wir haben uns mit Cath ausgetauscht, um die Herausforderungen der Branche zu beleuchten und zu zeigen, welche entscheidende Rolle Schichtstoffprodukte im Marine-Innendesign spielen.

Wo werden Schichtstoffmaterialien typischerweise im Marine-Innendesign eingesetzt?

Praktisch überall. Schichtstoffplatten werden im gesamten Marine-Innenausbau eingesetzt, von Kabinenmöbeln wie Kleiderschränken, Schreibtischen und Kopfteilen der Betten bis hin zu Badmöbeln, Wänden, Türen und Korridoren.

Für Schotten und Wandverkleidungen in Korridoren ist IMO-zertifiziertes Material absolut entscheidend. Schichtstoffplatten werden hier häufig gewählt, da sie besonders robust und leicht zu reinigen sind, beides unverzichtbar in stark frequentierten maritimen Bereichen.

Darüber hinaus kommen Homapal-Metallschichtstoffe in Bereichen wie Treppenhäusern, Atrien und Bars zum Einsatz, wo Designer gezielt Glamour oder visuelle Akzente setzen möchten. HPL ist zudem besonders verbreitet in öffentlichen Sanitärbereichen, Kinderzonen, Fitnessräumen und Spas, in denen Hygiene, Langlebigkeit und einfache Reinigung zentrale Anforderungen sind.

Zertifizierung ist bei Marineprojekten von entscheidender Bedeutung. Worauf sollten Designer achten?

Innerhalb der Broadview-Materials-Marken Formica, Arpa, Homapal und FENIX können Materialien mit EU-IMO-Zertifizierung geliefert werden. Dabei handelt es sich um ein weltweit anerkanntes System internationaler Vorschriften zur Gewährleistung der maritimen Sicherheit.

Für HPL wird diese Zertifizierung durch strenge Brand- und Toxizitätsprüfungen gemäß EU-Normen erreicht. Je nach Projektanforderung können wir Materialien liefern, die den EU-Standards entsprechen – aus Europa, Asien oder Nordamerika.

Nach dem Brexit ist zudem zu beachten, dass Schiffsausrüstung, die auf Schiffen unter britischer Flagge eingesetzt wird, den britischen Standards entsprechen und das Red Ensign UK-Konformitätszeichen tragen muss, das die Einhaltung der IMO-Vorschriften bestätigt.

Materialien, die in unserem Werk in North Shields gefertigt werden, tragen sowohl das Red-Ensign-UK-Zeichen als auch das EU-IMO-Konformitätszeichen und bieten damit Sicherheit für Projekte, die in unterschiedlichen regulatorischen Umfeldern umgesetzt werden.

Gibt es klare Trends bei der Dekorauswahl für Marine-Innenräume?

Designer wollen immer einzigartig sein, daher gibt es eigentlich keine einheitliche „Standard“-Dekoration. Dennoch liegen Walnuss- und dunklere Holznuancen momentan eindeutig im Trend.

Es ist jedoch zu bedenken, dass die maritimen Spezifikationen oft mehrere Jahre vor dem Bau eines Schiffes festgelegt werden, sodass sie hinter den aktuellen Trends im Gastgewerbe zurückbleiben können. Viele Kreuzfahrtschiffe zielen heute darauf ab, ein „Zuhause fern von zu Hause“-Gefühl zu schaffen und den Komfort und Luxus von Wohninterieurs mit dem Reiz des Reisens zu verbinden.

Auf größeren Kreuzfahrtschiffen wird Schichtstoff ausgiebig verwendet, während kleinere, hochwertige Schiffe und Premier-Suiten oft weniger Schichtstoff und stattdessen exklusivere Oberflächen bieten. Bei Fähren und Fischtrawlern steht hingegen meist die Funktionalität im Vordergrund, wobei Weiß-, Grau- und einfachere Holzmaserungen die Norm sind.

Wie beeinflusst das Gewicht die Materialauswahl an Bord?

Gewicht ist auf jedem Schiff ein wichtiger Faktor. Alles, was an Bord kommt, wird sorgfältig berechnet – und genau hier zeigt Schichtstoff seine Stärken.

Im Vergleich zu Materialien wie Naturstein oder Massivholz bietet HPL eine leichte Lösung, die auf leichten Unterlagen verklebt werden kann. So können Designer das gewünschte Erscheinungsbild erzielen, ohne Leistung oder Effizienz zu beeinträchtigen.

„Wie sieht es mit Nachhaltigkeit aus – welchen Einfluss hat sie heute auf Innenräume des Schiffes?“

Nachhaltigkeit ist definitiv ein wachsendes Thema und ein wichtiger Diskussionspunkt mit Designern. Ein Großteil des Branchenfokus liegt jedoch immer noch auf Treibstoffarten und Betriebseffizienz, weniger auf Wand- und Oberflächenmaterialien.

Designer interessieren sich für Produkte, die als nachhaltiger wahrgenommen werden können, aber letztlich spielen Farbe, Leistung und Ästhetik weiterhin eine große Rolle bei der endgültigen Entscheidung. Dennoch werden die Anforderungen an Nachhaltigkeit immer klarer, und wir bemühen uns, Übersichten und Daten bereitzustellen, wann immer möglich, um zukünftige Spezifikationen zu unterstützen.

Auf welchen Schiffstypen werden Schichtstoffmaterialien eingesetzt?

Schichtstoff wird auf allen Schiffstypen eingesetzt, einschließlich Kreuzfahrtschiffen, Fähren, Fischerbooten, Marineschiffen und Expeditionsschiffen.

Yachten verwenden insgesamt tendenziell weniger Schichtstoff, meist nur in Mannschaftskabinen oder internen Schrankbereichen, und die Mengen sind im Vergleich zu kommerziellen Schiffen in der Regel deutlich geringer.

Was sind die größten praktischen Herausforderungen bei Schiffsprojekten?

Lieferzeiten, ohne Frage. Sie sind absolut entscheidend.

Bei Renovierungsprojekten werden Trockendocks für feste Termine gebucht, und Materialien dürfen keinen einzigen Tag zu spät eintreffen. Wenn ein Produkt nicht rechtzeitig ankommt, tauschen die Auftragnehmer es einfach aus, oft unabhängig von den Kosten.

Auch bei Neubauten, bei denen die Entwürfe Jahre im Voraus festgelegt werden, kann die tatsächliche Vorlaufzeit, die wir erhalten, überraschend kurz sein – manchmal nur wenige Wochen.

Abschließend, was unterscheidet Ihre Gruppe im maritimen Sektor? 

Unsere größte Stärke ist unsere globale Produktionspräsenz. Wir verfügen über Einrichtungen weltweit, die IMO-zertifizierte Materialien herstellen können, sodass wir Projekte liefern können, egal wo sie gebaut oder renoviert werden.

Weltweit haben wir regionale Kollektionen, die den lokalen Designtrends folgen. Insgesamt ist die globale Fertigungskapazität ein großer Vorteil. Designer, Auftragnehmer und Werften können sich darauf verlassen, dass wir ihre Projekte unterstützen, egal wann und wo sie stattfinden.

Weitere Informationen zu unserem Marine-Angebot finden Sie hier. Wenn Sie Informationen zu unseren Produkten, weltweiter Verfügbarkeit, Zertifizierung oder Anwendung benötigen, nehmen Sie bitte Kontakt auf.

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